Die Bepflanzung
Der Weinberg wurde 2016/2017 angelegt. Wir haben uns ganz bewusst für die klassischen Rebsorten, die Vitis Vinifera, entschieden, zum einen, weil wir einen Schaumwein herstellen wollten, der einem Champagner sehr nahekommt, und zum anderen, weil wir nicht an pilzresistente Sorten glauben.
Nach einer gründlichen Bodenanalyse haben wir den Boden mit Kompost angereichert und eine Blumenmischung ausgesät. Außerdem haben wir auf Anraten unserer Bauern-Nachbarn eine neue Drainage angelegt. Je nach Bodenbeschaffenheit und Rebsorte haben wir uns für verschiedene amerikanische Unterlagsreben entschieden, die anschließend mit Chardonnay und Auxerrois für die Weißweintrauben veredelt wurden. Und mit Pinot Noir, Pinot Gris und Gamaret für die Rotweintrauben.
Die ersten 6.000 Rebstöcke, die wir gepflanzt haben, waren Chardonnay und Auxerrois. Die Pflanzung erfolgte mit einer GPS-gesteuerten Maschine und war an einem Tag abgeschlossen. Ein Jahr später taten wir dasselbe, jedoch mit den 6.000 anderen Rebsorten, nämlich Pinot Noir, Pinot Gris und Gamaret. Der Pfropf ragte einige Zentimeter über den Boden hinaus und wurde durch einen kleinen Eisenstab markiert. Anschließend mussten wir Pfähle in den Boden rammen, um die Drähte daran zu befestigen, die den Reben Halt geben sollten. Wir entschieden uns für unbehandeltes Holz, um ein möglichst natürliches und umweltfreundliches Erscheinungsbild zu erzielen. Damals wussten wir noch nicht, dass unsere Wahl für Holzpfähle viel mehr zusätzliche Arbeit bedeutete. Die Drähte sind notwendig, um den Weinreben Halt zu geben. Es wurden Drähte auf vier verschiedenen Höhen gespannt, um die Pflanze während ihres gesamten Wachstums bestmöglich zu stützen. Einen Draht zu spannen bedeutete 12 km zu laufen … für Marnix.
In den ersten beiden Jahren war die Pflege des Weinbergs wahrlich Sklavenarbeit. Wir hatten uns dafür entschieden, kein Gras zwischen den Reihen zu lassen. Das bedeutete, dass Unkraut wie Disteln, Brennnesseln und Pfirsichkraut von Hand entfernt werden musste. Eine maschinelle Bearbeitung war leider wegen der empfindlichen jungen Pflanzen nicht möglich.
Ursprünglich war es unsere Absicht, biodynamisch zu arbeiten. Das haben wir zwei Jahre lang so gut wie möglich umgesetzt, indem wir Komposttee versprühten, Kuhhörner in den Boden steckten und die Mondphasen berücksichtigten. Doch leider ging es schief, die Pflanzen wurden zusehends schwächer. Angesichts der beträchtlichen Investition sind wir zu einer traditionellen Arbeitsweise übergegangen, bei der wir beobachten und die Rebstöcke nur schützen, wenn es notwendig ist. Wir sprühen ausschließlich Fungizide und keine Herbizide. Alle Unkräuter werden nun maschinell entfernt.
Im Jahr 2018 hatten wir zum ersten Mal eine schöne Ernte der Chardonnay-Trauben. Leider war die Parzelle mit Auxerrois zu stark von Botrytis befallen, um noch Wein daraus herstellen zu können. Es war eine lehrreiche und teure Lektion.